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Impressionen zu meinem ersten Start beim legendären Aschener Stoppelfeldrennen im Jahre 1997
Im April des letzten Jahres kam für mich die Nachricht, daß ich meinen Start für das legendärste Event des Jahres vorbereiten könnte.
Nachdem ich aufgenommen wurde in die Liste der Fahrer, die Jahr für Jahr um die begehrten Startplätze kämpfen, war nun auch der Zeitpunkt gekommen, meine Fahrzeugdaten bekanntzugeben, um sie der Öffentlichkeit mitzuteilen. Eigentlich sollte es ein Porsche 911 sein, wobei hier wohl mehr der "Wunsch der Vater des Gedanken war", da nach reichlicher Überarbeitung nur ein VW Golf I mit runden 50 Pferdestärken daras wurde. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das schwächste Fahrzeug im gesamten Feld und leider mit der hervorragenden Sommerbereifung namens "Roberto Blanco" ausgerüstet. Aber nun erstmal zur Fahrzeugbeschaffung - ein verträumter Landwirt aus dem westfälischen Riesenbeck hatte das Fahrzeug seines Sohnes über, und gegen ein Entgeld von 50,- DM war der Golf für mich abholbereit. Laut Aussage des Landwirts ein Diesel, es stellte sich aber schnell heraus, daß der Sohn in jahrelanger Unwissenheit des Vaters einen Benziner bewegte.

Mit dem sicheren Gedanken im Gepäck, daß ich mit diesem Boliden eine Menge Spaß erfahren werde, begab ich mich mit einer geliehenen roten Nummer auf den Weg nach Aschen. Am Freitagmittag wurde das Fahrzeug dann im Fahrerlager geparkt, wo es dann über die Nacht sehnlichst auf den ersten kräftigen Gasstoß wartete. Als ich dann am Samstag um 8 Uhr auf dem Renngelände eintraf, mußte ich erstmal einen kräftigen Schluck aus meinem isotonische Durstlöscher nehmen - ich dachte, auf welcher Party bist du hier gelandet. Einzelne Fahrzeuge sahen so aus als wollte man damit Menschen umbringen, andere wiederum als würde sich das Fahrzeug bei der ersten Übergabe der Motorkraft auf Kupplung, Getriebe und dann auf die Achse(n) in sämtliche Bestandteile auflösen. Vorab kann ich mitteilen, daß beide Fälle nicht eintraten.

Da ich aber schon von der motorisierten Kraft der Konkurrenz überrascht war, ging es primär nicht um eine gelungene Abstimmung meiner Federelemente, eine möglichst effiziente Getriebeübersetzung zu finden oder die perfekte Einstellung der aerodynamischen Hilfen um Abtrieb zu gewinnnen, sondern darum:
Wie mach ich die Scheißkarre so leicht wie möglich, damit sich beim Start überhaupt etwas in Bewegung setzt ? Heckklappe, Beifahrertür und fast alle Sitzgelegenheiten waren die groberen Dinge, die bei der Erleichterung halfen und mich etwas positiver für den ersten Lauf stimmten.

Nun war es soweit: mein erstes Rennen wurde aufgerufen und nach vorab erfolgter Warmlaufphase der mit 50 PS befeuerten Asphaltrakete begab ich mich in die Startaufstellung. Fünf Fahrzeuge standen dort nebeneinander und jeder ließ in sich den Gedanken wachsen - "den Champagner des Siegers verspritz' ich".

Bei mir kam's leider anders. Nachdem ein potenter 280er Mercedes meine Frontscheibe mit einem kräftigen Steinschlag versah, hieß das Schlagwort mit sich langsam auflösender Scheibe auf Fahrersitz "Schadensbegrenzung". Platz vier und Aufräumarbeiten bis zum nächsten Lauf waren das Resultat. Zum zweiten und dritten Lauf gibt es nicht viel zu vermerken. In beiden sprang die Reifendecke von der Felge - eine Folge von zuwenig Reifendruck - und es kam nicht zur Gelegenheit, sich mit der Konkurrenz ernsthaft zu messen.

Das vierte Rennen sollte dann mein Auftritt werden. Nachdem die Frontscheibe zwischenzeitlich durch ein Geflecht von Kükendraht von meiner Frau Corinna ersetzt wurde, hieß es nun Angriff. Nach dem Start noch dritter, in der zweiten Runde zweiter und nach leichter Kollision mit einem Konkurrenten in der letzten Runde am Ende der Sieg.

Nun hieß es sich nochmals gründlich der Vorbereitung für den letzten Lauf widmen. Der Kühler wurde entsandet und ein mit Eigenleben versehener Luftfilter wurde dadurch fixiert, daß man eine Kopfstütze absägte, sie auf das Filtergehäuse legte und die Motorhaube zuschlug. Leider konnte ich das letzte Rennen nur auf dem vierten Platz beenden, da mich Motoraussetzer plagten und die Kraftübertragung nur zögernd zustande kam.

In der Endabrechnung muß ich dann irgendwo zwischen Platz 10 und 20 gelandet sein. Der Golf I hatte nun seine Schuldigkeit getan und fand dort, auf einem Stoppelfeld in Aschen, seine letzte Ruhestätte.

Als Fazit kann ich nur sagen:
möglichst jedes Jahr wieder und dieses Jar mit einem Golf I GTI - "zieht euch warm an.." !

Euer Michael W. aus O.

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